Lorna Windsor begann ihre musikalische Ausbildung mit Klavier und Viola. für 10 Jahre von 8 bis 18 sang sie bei den Orpington Junior Singers (einem Frauenchor mit weltberühmten Ruf) unter Dirigenten von der Bedeutung eines Sir Adrian Boult, Istvan Kertesz, André Previn, u.s.w. sowie in der Zusammenarbeit mit wichtigen Orchestern - Erfahrungen die ihre Jugend prägten.
Danach studierte sie Gesang und Klavier bei Ellis Keeler und Johanna Peters an der Guildhall School of Music and Drama in London. Sie nahm an Meisterklassen von Elisabeth Schwarzkopf teil und bei Hans Hotter in Wien studierte sie das dt. Lied und vertiefte ihr gesamtes dt. Repertoir. In Frankreich studierte sie bei Gérard Souzay, bei Graziella Sciutti perfektionierte sie ihr Mozartrepertoir und das italienische Repertoir. In London erwarb sie den Miriam Licette Preis für die Mélodie française und den Lieder Preis der Royal Society of Arts für das dt. Lied.
Von Beginn an verfolgt sie in ihrer Karriere verschiedene Richtungen: Oper, Theater, Rezital, Barockmusik sowie auch zeitgenössische Musik ; dank ihrer Offenheit für all diese Stilrichtungen und die Vertiefung in jedes einzelne Sachgebiet.
Opern und Operetten sang Lorna in den grössten europ. Opernhaeusern und Theatern. Ihr Debüt gab sie in der Rolle von Rosalinda in der Fledermaus (Johann Strauss) unter Eric Shilling, danach von Offenbach in "Les Brigades" für Radio France und in "La Pericole" mit Manuel Rosenthal und Jerome Savary am Theater des "Champs Elysées"; in der Produktion von "Orphée aux enfers" (Jorge Lavelli), sang sie die Rolle der Liebe und jene von Valencienne in "Die lustige Witwe" (Lehar) an der Oper von Marseille, Tours, ... . Sie sang auch in der "West Side Story" (Bernstein) unter der Leitung von G. Gelmetti und "Trouble in Tahiti" für Radio France im Theatre des Champs Elysées.
Von der Operette zurück zur Oper des ausgehenden 16. Jh. konnten wir Lorna in der Hauptrolle von der Oper "Euridice" (Jacopo Peri) im TMP Châtelet in Paris hören und sehen, sowie in der Produktion von W. Pagliaro in "Il Combattimento di Tancredi e Clorinda" (Monteverdi) in Mantua, Wien, Prag, Budapest,.... bewundern. Unter der Leitung von Frans Bruggen sang sie die Aufnahmen von den "Motets de Versailles" des Hofkomponisten Blanchard für die Universität Sorbonne in Paris.
Ihre Mozartrollen umfassen die Reichweite einer Venere ("Ascanio in Alba") auf CD bei Naxos , Pamina und Papagena ("Die Zauberflöte"), Donna Anna ("Don Giovanni") unter Anderem in der Produktion des Glyndebourne Festival von Deborah Warner, Despina ("Così fan tutte", in zahlreichen Produktionen einschliesslich unter der Leitung von Claudio Abbado und auch in der Version des Piccolo Teatro von Mailand unter der Regie von Giorgio Strehler. In letzterer Produktion sang sie auch in Tournee in Europa im Teatro Quirino von Rom, in Peking sowie in St. Petersburg und Moskau.
In Italien im "Teatro Massimo" von Palermo sang sie "L'idolo cinese" von Paisello, "L'osteria di Marechiaro", und "Le astuzie femminili" von Cimarosa, unter der Regie von Graziella Sciutti.
Weitere Werke in welchen wir ihre Interpretation in den Theatern von Rom, Neapel, Genua, Verona, Florenz, Mailand, Bologna, Palermo, Nizza, Marsiglia, Ancona, Modena, Reggio Emilia,... bewundern konnten sind: "Un ballo in maschera" von Verdi in der Rolle von Oscar, "Socrate" von Satie, "Manon" von Massenet, "La cambiale di matrimonio" und "Ermione" von Rossini, "Don Pasquale" von Donizetti", Der Rosenkavalier" von Richard Strauss, "L'Enfant et les Sortileges" von Ravel, "Mosè in Egitto" von Scannavini, "The Banquet" und Garibaldi en Sicile" von Panni, "The Raft of Medusa" von Henze.
Als Schauspielerin trat sie in "Prosper Mérimée" im Theatre du palais Royal in Paris (Regie von Paul Dieber) und in "Il Convitato di Pietra" von Puskin unter der Regie von A. Vassiliev auf und in "Tropic of the Senses" spielte sie in der gemeinsamen Hauptrolle mit Susannah York.
Die Konzersolistin Lorna ziechnet sich durch Vielfältigkeit aus: von Bachkantaten unter der Leitung von G. Leonhardt, Mozart, Vivaldi, Hasse, Boccherini, etc., mit der Begleitung von historischen Instrumenten, ueber die Ausfuehrung von Liedern mit Klavier, Lieder mit Gitarre oder Laute, Kammermusik aus der Romantik, von Schubert bis Shostakovic, z.B. die Gedichte von Blok ( ausgeführt mit den Solisten von Moskau ), oder "Pierrot Lunaire" von Schönberg, "Kafkafragmente" von Kurtag, und Musik von Berio, Boulez, Castiglioni, Cage, Denisov, bis zum Jazz und Blues. Als steter Gast bei den grössten Festivals zeitgenössischer Musik wird sie oft als ideale Interpretin von diversen Komponisten unserer Zeit ausgewählt.
Lorna Windsor sang zahlreiche Aufnahmen der "mèlodies françaises" des 19. Jh., sowie von Nadia u.Lili Boulanger, canciones von Obradors, Garcia-Lorca, Rodrigo und Granados; Respighi, Schumann, Rossini, Casella, Malipiero e Cole Porter; interpretierte auch Lieder von Weil/Brecht, und singt mit Jazzern wie Sante Palumbo u. Uri Caine.
Ihre einzigartige Freude am Singen in unterschiedlichen Stilrichtungen spiegelt sich in ihrer musikalischen Führung, Technik, und Sprachgewandtheit wieder- aber viel wichtiger sie entspringt einer Vision der Musik und des Gesangs als einzigartiges, lebenssprühendes, menschliches Kommunikationsmittel!